Vorderasiatische Archäologie
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Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis WiSe 2019/20

BA- und MA-STUDIENGÄNGE Vorderasiatische Archäologie

Studienberatung

Für alle Lehrveranstaltungen besteht eine Anmeldepflicht vor Beginn der Vorlesungszeit (Termine).

Die Kursanmeldung erfolgt ausschließlich über das Online-Portal LSF ("Lehre, Studium, Forschung") --> "Lehrveranstaltungen belegen/abmelden".

Belegfrist für alle Veranstaltungen: Di., 24.09. - Mo., 07.10.2019

Vorbesprechungen für die Lehrveranstaltungen des Instituts für Vorderasiatische Archäologie entfallen künftig

Einführungsveranstaltungen

Vorlesung und Übung: Einführung in die Vorderasiatische Archäologie (für BA Alter Orient)

Adelheid Otto
Mi. 9-12 Uhr c.t.,
Schellingstraße 12, Raum K427
Beginn: 16.10.2019 - Ende: 05.02.2020

In diesem Kurs werden die Grundzüge der Kulturentwicklung des alten Vorderasien von 10.000 -300 v. Chr. vermittelt. Der Schwerpunkt liegt dabei auf Mesopotamien und den benachbarten Hochkulturen. Ziel der Veranstaltung ist es, allgemeine Kenntnisse auf dem gesamten Gebiet der Vorderasiatischen Archäologie zu vermitteln. Die geschieht in thematischen Blöcken wie Forschungsgeschichte, Chronologie, Siedlungswesen, Götter, Sprachen und Völker, bestimmte Bauten, Kunst, Keramik u.a.m. Am Ende des Einführungskurses wird der Lernerfolg in einer Klausur geprüft, darüberhinaus wird aktive Mitarbeit in den Stunden erwartet.

Vorlesung: Einführung in die Vorderasiatische Archäologie (für BA Archäologie: Europa und Vorderer Orient)

Adelheid Otto
Di. 9-12 Uhr c.t., Hauptgebäude der Universität, Geschwister Scholl-Platz 1, HS A119
Beginn: 15.10.2019 - Ende: 04.02.2020

Die Vorlesung "Einführung in die Vorderasiatische Archäologie" kann nur in Verbindung mit der Vorlesung "Einführung in die Vor- und Frühgeschichte: Ältere Perioden" belegt werden (= 6 ECTS).
Die beiden Vorlesungen finden als Blockvorlesungen statt (abwechselnd 3-stündig VuFG und 3-stündig VAA).
Die Vorlesung führt in die Archäologie, Geschichte und Kultur des Alten Orients ein. Sie vermittelt grundlegende Kenntnisse der Naturräume, Perioden und Völ-ker. Sie zeigt, wie die Vorderasiatische Archäologie vorrangig mithilfe der mate-riellen Hinterlassenschaften, ab dem 3. Jahrtausend zudem unter Zuhilfenahme von Schriftquellen, die altorientalische Vergangenheit des Zeitraums von ca. 10.000-300 v. Chr. rekonstruiert.

Tafelübung: Methodische Grundlagen der archäologischen Fächer I: Typologie, Chronologie, Karten (für BA Archäologie)

Kai Kaniuth/Caroline von Nicolai / Christoph Lindner / Paul Scheding
Mo. 8-10 Uhr
Hauptgebäude der Universität, Geschwister Scholl-Platz 1, M014
Beginn: 14.10.2019 - Ende: 03.02.2020

Im Rahmen dieser Lehrveranstaltungen werden die grundlegenden Methoden der verschiedenen archäologischen Fachrichtungen, z. B. Typologie, Chronologie und Kartierungen, vorgestellt und anhand von Beispielen erläutert.
Es müssen beide Tafelübungen belegt werden!

Tafelübung: Methodische Grundlagen der archäologischen Fächer II: Stil- und Bildanalyse (für BA-Archäologie)

Kai Kaniuth/ Caroline von Nicolai / Christoph Lindner / Paul Scheding
Mo. 10-12 Uhr
Hauptgebäude der Universität, Geschwister Scholl-Platz 1, M014
Beginn: 14.10.2019 - Ende: 03.02.2020

Im Fokus dieser Lehrveranstaltungen stehen Fragen der Stilanalyse sowie des Verständnisses von Bildwerken aller beteiligten archäologischen Fachrichtun-gen. Diese werden anhand von Beispielen erläutert.
Es müssen beide Tafelübungen belegt werden!

Vorlesungen

Altorientalische Großreiche

Adelheid Otto
Mo. 16-18 Uhr
Hauptgebäude der Universität, Geschwister Scholl-Platz 1, HS B106
Beginn: 14.10.2019 - Ende: 03.02.2020

Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Geschichte und Kultur der altori-entalischen Großreiche im 1. Jahrtausend v. Chr. Schwerpunktmäßig werden das neuassyrische Reich, die aramäischen und späthethitischen Fürstentümer, das neu- und spätbabylonische Reich, Urartu, Phönizien sowie die Reiche der Meder und Perser behandelt.

Seminare

Seminar: Von Stämmen zu Nationen? Eisenzeitliche Staatenbildungen in der südlichen Levante

Simon Halama
Di. 16-18 Uhr
Schellingstraße 12, Raum K427
Beginn: 15.10.2019 - Ende: 04.02.2020

In der mittleren Eisenzeit wird die südliche Levante (Israel/Palästina und Jorda-nien) von verschiedenen politischen Einheiten geprägt: den philistischen Stadt-staaten an der Küste, den Königreichen Israel und Juda im Binnenland und den Königreichen Ammon, Moab und Edom jenseits des Jordans. In der Literatur werden diese Staaten nicht selten als Beispiele früher “Nationalstaaten” bezeichnet. Die Frage, wie diese Staaten entstanden (und ob das aus der Bibel bekannte Reich Davids und Salomos ebenfalls existierte), gehört zu den schwierigsten und umstrittensten der levantinischen Archäologie. An diesem Beispiel wollen wir uns einerseits mit der Frage beschäftigen, was einen Staat ausmacht und uns anhand der archäologischen Befunde damit auseinandersetzen, wie diese eisenzeitlichen Staatswesen zu charakterisieren sind. Andererseits werden wir uns mit einigen ausgewählten Theorien zur Staatenbildung in der frühen Eisenzeit und den dafür vorhandenen Daten auseinandersetzen.
Die Teilnahme am Kurs setzt daher die Bereitschaft zu regelmäßiger, intensiver Lektüre voraus.

Seminar: Zwischen Großreichen und Stadtstaaten. Altorientalische Gottheiten im 1. Jt. v. Chr.

Albert Dietz
Mi. 14-16 Uhr
Schellingstraße 12, Raum K427
Beginn: 16.10.2019 - Ende: 05.02.2020

Durch die Ausdehnung und Etablierung der Großreiche des 1. Jt. v. Chr. im Vor-deren Orient wurden zahlreiche Regionen, die zuvor eine Zeit der Unabhängig-keit genossen haben, unter einer Regierung zusammengefasst. Welche Auswir-kungen dies auf die unterschiedlichen Glaubenssysteme haben kann, soll in die-sem Seminar diskutiert werden. Hierbei sollen neben theoretischen Konzepten, wie der Multiplizität, Fluidität und Übersetzbarkeit von Gottheiten, auch die Pan-thea der einzelnen Großreiche und einiger Stadtstaaten betrachtet und beson-ders auf die Darstellungen von Gottheiten und den Einfluss der politischen Er-eignisse auf die Bildkunst eingegangen werden.

Hauptseminar: Ur

Adelheid Otto/Walther Sallaberger
Mi. 16-18 Uhr
Schellingstraße 12, Raum K427
Beginn: 16.10.2019 - Ende: 05.02.2020

Ur, die in Südmesopotamien gelegene Stadt, prägte die Geschichte und unsere Rekonstruktion der Welt des Alten Orients. Einige Stichworte aus dem Laufe von drei Jahrtausenden mögen genügen: Die archaischen Texte und die Siegel aus Ur bilden nach wie vor den wichtigsten Fund zwischen Jemdet-Nasr- und Fara-Zeit; Ur fungierte als Sitz mächtiger Dynastien im dritten Jahrtausend, und insbesondere die Gräber legen dafür eindrucksvoll Zeugnis ab; die Wohnviertel und Tafelfunde der Isin-Larsa- und der altbabylonischen Zeit bestimmen unser Wissen über Alltagsleben und Geisteswelt; das Temenos des Hauptgottes Nanna-Suen wurde über drei Jahrtausende hinweg stets neu gestaltet. Die Ausgrabungen des Instituts für Vorderasiatische Archäologie der LMU 2017 und 2019 haben diese Stadt besonders in das Zentrum unseres Interesses gerückt. Deshalb beschäftigen wir uns im Rahmen des Seminars mit dieser einen Stadt über alle drei Jahrtausende hinweg, weil so die historischen Veränderungen einer Stadt deutlich werden. Die Art der Quellen ändert sich und mit den Quellen verändert sich auch unser Blick auf die jeweilige Periode. Daneben bestehen aber auch große Traditionen, denkt man an die Verehrung des Stadtgottes. Die einzelnen Elemente - Gräber, Paläste, Tempel, Häuser, Literatur, Urkunden - sollen in diesem Seminar insbesondere auch als Zeugnisse eines stets vernetzten städtischen Lebens begriffen werden.
Vorwiegend für Master-Studierende. BA-Studierende können gerne nach vorheriger Rücksprache mit den Lehrkräften teilnehmen.

Übungen

Übung/Proseminar mit Exkursion: Der Tell Halaf in seinem kulturhistorischen Kontext

Alexander Sollee
Blockveranstaltung, Do. 9-12 Uhr s. t. (9. 1./16. 1./23. 1./30. 1./6. 2. 2020)
Schellingstraße 12, Raum K427
Beginn: 17.10.2019 - Ende: 06.02.2020

Der Tell Halaf gehört zweifelsohne zu den prominentesten Fundplätzen des Vorderen Orients. Die Geschichte seiner Erforschung ist unzertrennlich mit dem Leben und Wirken Max Freiherr von Oppenheims verbunden, eine der interes-santesten Persönlichkeiten der frühen Vorderasiatischen Archäologie. Darüber hinaus führten die Ausgrabungen am Tell Halaf zur Wiederentdeckung der Stadt Gūzāna, die in der Eisenzeit zunächst das Zentrum des aramäischen Fürstentums Bīt Baḫiāni darstellte, bevor sie in das Neuassyrische Reich integriert und in eine Provinzhauptstadt umgewandelt wurde. Der Fundort ist besonders bekannt für die zahlreichen Relieforthostaten, mit denen der enigmatische Herrscher Kapara die Fassaden des von ihm errichteten Hilani schmücken ließ. Zusätzlich stellt das antike Gūzāna aufgrund seiner historischen Entwicklung eine Schnittstelle zwischen dem späthethitischen und assyrischen Kulturraum dar.
In dieser Übung werden sich die Teilnehmenden intensiv mit den am Tell Halaf freigelegten Befunden und Objekten beschäftigen. Ein besonderer Fokus wird dabei darauf gelegt, diese Zeugnisse in ihrem kulturhistorischen Kontext unter Berücksichtigung neuerer Forschungsergebnisse zur Entwicklung Nordostsyri-ens in der Eisenzeit zu beleuchten. Teil dieser Übung wird eine zweitägige Ex-kursion an das Vorderasiatische Museum in Berlin sein. Dort erhalten die Teil-nehmenden Gelegenheit, die am Tell Halaf gefundenen Objekte aus nächster Nähe zu betrachten. Im Funddepot in Friedrichshagen erhalten die Studierenden zudem Einblick in die Leistungen des Restaurationsprojekts, im Zuge dessen viele der im zweiten Weltkrieg zerstörten Skulpturen in mühevoller Detailarbeit wieder zusammengesetzt wurden.
Die Übung richtet sich an BA- und MA-Studierende der Vorderasiatischen Archäologie und der Assyriologie. Auch Promovierende beider Fächer sind eingeladen, an der Veranstaltung teilzunehmen. Der genaue Termin der Exkursion wird zu Beginn des Wintersemesters in Absprache mit den Teilnehmenden festgelegt.

Übung: Bild und Text: Siegel und ihre Legenden im Babylonien des 2. Jts. v. Chr.

Enrique Jiménez / Elisa Roßberger
Blockveranstaltung: Fr. 9-11 Uhr (18. 10. 2019), Fr. 9-15 Uhr (25. 10. / 8. 11. 2019 / 10. 1. / 31. 1. 2020)
Schellingstraße 12, Raum K427
Beginn: 18.10.2019 - Ende: 31.01.2020

Text und Bild stehen im alten Mesopotamien in einem engen, aber auch komple-xen Verhältnis zueinander. Viele Denkmäler kombinieren verbale und visuelle Elemente, ohne dass ihre Botschaften – so wie wir sie heute verstehen – direkt aufeinander Bezug nehmen. Manche Bildthemen finden wir in der schriftlichen Dokumentation nicht, andererseits nennen literarische Quellen Motive, die wir in den Bildern nicht wiedererkennen. Darüber hinaus führte die traditionelle disziplinäre Trennung zwischen Philologie und Archäologie oftmals zu getrenn-ten Bearbeitungen multimedialer Artefakte. Insbesondere Siegel werden entweder ikonographisch oder nach ihrer Legende untersucht, wobei das Zusammenspiel beider Aspekte oft übersehen wird.
Diesen Herausforderungen möchten wir uns im Seminar stellen und das Zusammenspiel von Bild und Text anhand der Entwicklung babylonischer Rollsiegel im 2. Jahrtausends v. Chr. in den Blick nehmen. Das Seminar richtet sich an fortgeschrittene Studierende und strebt durch eine genaue Lektüre der Siegelinschriften, eine vergleichende Betrachtung der Bildelemente, sowie durch Beobachtungen zu ihrer Materialität einen holistischen Blick auf die Artefakte an. Um den Mehrwert, der durch die Kombination von Bild und Text entsteht, besser zu verstehen, werden wir uns einführend mit bildlinguistischen Zugängen zum Thema "Multimodalität" auseinandersetzen.
Akkadisch und Sumerisch-Kenntnisse sind erwünscht, aber nicht zwingende Voraussetzung zur Teilnahme am Kurs.

Übung: Approaches to Landscapes in Near Eastern Archaeology and History

Simone Mühl / Andrea Squiteri
Montag, 14-16 Uhr
Schellingstraße 12, Raum K427
Beginn: 14.10.2019 - Ende: 03.02.2020

The class" Approaches to Landscapes in Near Eastern Archaeology and History" will introduce to theoretical models and case studies in landscape archaeology and its value for discourses in historical sciences. Next to an introduction to relevant current research, active training in methodology and the use of open access tools (e.g. QGIS, R etc.) to analyze landscape as archaeologist and historian will be provided.
Die Lehrveranstaltung wird auf Deutsch und Englisch stattfinden. Referate und aktive Beteiligung von Studierenden können auf Deutsch erfolgen.

Kolloquium

Kolloquium zum Alten Orient

Adelheid Otto, Walther Sallaberger, Jared Miller
Di 18-20 Uhr
Geschw.-Scholl-Pl. 1, A119,
Beginn: 15.10.2019 - Ende: 04.02.2020

Hier können Sie demnächst das Programm für das Wintersemester 2019/20 einsehen

Die Teilnahme an Vorlesungen, Übungen und Kolloquien steht grundsätzlich allen Studierenden des Instituts offen. Zur Anerkennung der Studienleistungen konsultieren Sie bitte Ihre jeweilige Prüfungsordnung.

Lehrveranstaltungen des Instituts für Assyriologie und Hethitologie

Religionen des Alten Orients

Walther Sallaberger
Mo. 12–14; Hauptgebäude, A 119
Beginn: 14.10.2019
Die alten Hochkulturen an Euphrat und Tigris sowie der angrenzenden Gebiete zeichneten sich durch ihre religiösen Traditionen und ihre Götterwelt aus, die sich insgesamt über drei Jahrtausende vom späten 4. Jt. v. Chr. bis zur Zeitenwende verfolgen lassen. Die Vorlesung konzentriert sich auf sinnstiftende und gesellschaftliche Funktionen altorientalischer Religionen.
Im Polytheismus, der Gliederung des Kosmos in Zuständigkeiten unterschiedlicher Götter, spiegelt sich eine ganz eigene Ordnung wider, aus dem sich auch ein von monotheistischen Vorstellungen zu differenzierendes Gottesbild herleitet. In den Tempeln der Götter, den sozialen und baulichen Zentren der Städte, konzentrierten sich der tägliche Kult und die jährlichen Feste. Darüber hinaus wurde das Leben des Einzelnen durch religiöse Vorstellungen strukturiert; sein persönliches Glück und Wohlbefinden wurde durch Unheil bedroht und dann in magischen Ritualen wiederhergestellt, mit Riten bewältigte man auch Geburt und Tod. Hinweise auf die Zukunft erfuhr man in ominösen Zeichen, Träumen, Himmelskonstellationen, Orakelanfragen ließen sich durch Leberschau oder andere mantische Techniken verifizieren.
Eine altorientalische Religionsgeschichte über drei Jahrtausende bietet auch einen Spiegel tief greifender sozialer Veränderungen, von den Stadtstaaten im 3. Jt. v. Chr. über die Territorialstaaten im 2. bis zu den Weltreichen im 1. Jt. v. Chr., als im Umfeld die ersten monotheistischen Religionen (Jahwe, Ahuramazda) entstanden.

Sprachkurse

Akkadisch I

Aino Hätinen
Di. und Do. 12–14,
Di: Schellingstr. 3, S 242; Do: Schellingstr. 3, S 227
Da das Studium der altorientalischen Philologie auf der Arbeit mit und am Text beruht, sind zum Einstieg die sprachlichen Grundlagen zu erwerben. Das Modul führt in das Akkadische ein und soll die Grundkenntnisse der Grammatik dieser Sprache in ihrer altbabylonischen Stufe vermitteln. Darüber hinaus werden erste Schritte zum Erlernen der Keilschrift sowie ein Grundwortschatz angeeignet.
Die Semesterunterlagen werden zu Beginn des Semesters bei LSF hochgeladen.

Sumerisch I

N.N.
Mi. und Fr. 12–14, Schellingstr. 5, 204
In einem einsemestrigen Kurs werden Grundzüge des Sumerischen behandelt. Das Sumerische ist die wichtigste in Keilschrift überlieferte Sprache Mesopotamiens im dritten Jahrtausend, die anschließend bis zum Ende der Keilschriftkultur um die Zeitenwende tradiert wurde. Die Einführung in die Grammatik dieser Ergativ-Sprache, für die bisher noch keine Verwandtschaft zu einer anderen Sprache festgestellt werden konnte, orientiert sich am Befund für das Neusumerische (etwa 2100–1900 v.Chr.). Aus diesem Zeitraum stammen auch die im Laufe des Semesters zu erarbeitenden Texte.
Das Manuskript für die Einführung wird zu Beginn des Semesters bereitgestellt.
Der Kurs steht allen Interessierten offen, besondere Vorkenntnisse sind nicht erforderlich.

Hethitisch I

Jared Miller
Di. und Do. 14–16,
Di: Schellingstr. 5, 204; Do: Schellingstr. 9, 101
Das Hethitische ist die älteste verschriftete indoeuropäische Sprache und zugleich eine der drei Großkorpussprachen des Alten Orients, die in keilschriftlicher Überlieferung vorliegen. Zwischen dem 16. und 13. Jh. v. Chr. verfasst, bietet das hethitische Schrifttum eine überreiche Fülle an kulturhistorischer Information, die das aus dem sumerisch-babylonisch-assyrisch-kanaanäischen Quellenmaterial gewonnene Gesamtbild des vorchristlichen Vorderasiens in wünschenswerter, oftmals überraschend detaillierter Weise ergänzt. Ziel der Übung ist die Vermittlung der grammatischen und keilschriftlichen Grundlagen, welche die Lektüre leichter Originaltexte ermöglichen.
Literatur:
• Harry A. Hoffner/H. Craig Melchert, A Grammar of the Hittite Language. Eisenbrauns. Winona Lake, Indiana 2008.
• Elisabeth Rieken, Hethitisch, in M. Streck (Hrsg.) Sprachen des Alten Orients. Wissenschaftliche Buchgesellschaft. Darmstadt 2005, 80–127.

Übungen und Seminare

Beten in Mesopotamien

Aino Hätinen
Mi. 10–12, Schellingstr. 5, 204
Die zahlreichen Gebete aus keilschriftlichen Quellen geben uns Auskunft über die Wünsche, Bedürfnisse und Sorgen der Menschen im antiken Zweistromland. Dank dieser Texte können wir unterschiedliche Arten von Kommunikation zwischen dem Menschlichen und dem Göttlichen erkennen: Das Göttliche wird lobgepriesen, aber es wird auch um Hilfe gebeten oder mit einem Klagegesang milde gestimmt. In diesem Kurs werden ausgewählte sumerische und akkadische Gebete und Hymnen in Übersetzung gelesen und diskutiert. Ziel der Übung ist es, das Phänomen „Beten“ in unterschiedlichen mesopotamischen Kontexten zu betrachten.
Für die Teilnahme an diesem Kurs sind keine Kenntnisse der altorientalischen Sprachen erforderlich.