Kommentiertes Vorlesungsverzeichnis SoSe 2026
letzte Aktualisierung am: 16.03.2026
BA- und MA-STUDIENGÄNGE Vorderasiatische Archäologie
- Dr. Georg Neumann, MA, Institut für Vorderasiatische Archäologie
Tel. 089/2180-5497, georg.neumann@lmu.de
Sprechstunde: Di. 12-14 Uhr und nach Vereinbarung
Studienberatung und Studiengangskoordination Master Vorderasiatische Archäologie
- Corinna Mairhanser, Wissenschaftliche Mitarbeiterin Spätantike und Byzantinische Kunstgeschichte
Tel. 089/2180-5483, corinna.mairhanser@lmu.de
Sprechstunde: nach Vereinbarung
Für alle Lehrveranstaltungen besteht eine Anmeldepflicht vor Beginn der Vorlesungszeit (Termine).
Die Kursanmeldung erfolgt ausschließlich über das Online-Portal LSF ("Lehre, Studium, Forschung") --> "Lehrveranstaltungen belegen/abmelden".
Belegfrist für alle Veranstaltungen: Mo. 23.03. - Mo., 07.04.2025
Übersicht Lehrveranstaltungen der VAA im SoSe2026
Stundenplan SoSe2026
Vorlesungen
Vorderasiatische Archäologie I: Die Vorgeschichte Vorderasiens (10.-4. Jahrtausend)
Adelheid Otto
Montag, 16-18 Uhr
Hauptgebäude der Universität, Geschwister Scholl-Platz 1, HS M114
Beginn: 13.04.2026
Ende: 13.07.2026
Die Vorlesung bietet einen Überblick über die Vorgeschichte Südwest-Asiens vom Paläolithikum bis zur Uruk-Zeit. Der Raum soll als Schlüsselregion in der Ausbreitung des modernen Menschen und als Kernbereich der Entwicklung komplexer Gesellschaften erfahren werden. Schwerpunkte bilden dabei der ‚fruchtbare Halbmond‘ und die hier stattfindenden Neolithisierungsprozesse.
Literatur:
- G. Sharon, The Early Prehistory of Western and Central Asia, in: C. Renfrew ‐ P. Bahn (Hrsg.), The Cambridge World Prehistory (Cambridge 2014) 1357‐1378.
- R. J. Matthews, The early prehistory of Mesopotamia 500.000−4.000 BC 5, Subartu (Turn-hout 2000).
Archäologie Mittelasiens
Kai Kaniuth
Montag, 14-15 Uhr
Raum: Schellingstraße 12, K427
Beginn: 13.04.2026
Ende: 13.07.2026
Mittelasien - das Territorium der modernen Staaten Turkmenistan, Usbekistan und Tadschikistan - ist in der populären Imagination eine klassische Brücken- oder Durchgangsregion. Dieses Bild ist wesentlich durch nomadische Einfälle und das Konzept der Seidenstraße als eines zwischen Ost und West vermittelnden Netzwerks geprägt. Die Vorlesung hinterfragt die Rahmung der Region als transitorisch und flüchtig in einer Langzeitperspektive. Sie bietet einen konzisen Überblick über die archäologischen Hinterlassenschaften des südlichen Mittelasien bis zum Beginn des Hellenismus. Im Mittelpunkt stehen dabei Siedlungsarchäologie und Subsistenzweise zwischen Spätneolithikum und Früheisenzeit, sowie die Dynamik der Beziehungen mit den benachbarten geographischen Makro-Zonen Vorderasiens und Eurasiens.
Bemerkung:
Die vertiefende, 1-stündige Vorlesung richtet sich primär an Masterstudierende, steht aber generell allen Interessierten offen.
Seminare
Hauptseminar
Isin - Metropole des Zweistromlandsi
Kai Kaniuth
Donnerstag, 10–12 Uhr
Schellingstraße 12, K427
Beginn: 16.04.2026
Ende: 16.07.2026
Die mesopotamische Stadt Isin war Gegenstand des bislang umfangreichsten Feldforschungsprojekts des Münchner Instituts für Vorderasiatische Archäologie. Unter der Leitung von Barthel Hrouda wurde zwischen 1973 und 1989 ein Teil der Ruine in Form klassischer Flächengrabungen erforscht. Eine abschließende monografische Aufarbeitung der Befunde wurde nie vorgelegt. Neue Arbeiten seit dem Jahr 2023 nutzen dagegen verstärkt oberflächige Survey- und Prospektionstechniken. Im Hauptseminar soll eine Brücke zwischen Altgrabungsdokumentation, Fernerkundungstechniken und Keilschriftquellen geschlagen werden, um Perspektiven zur Erforschung mehrphasiger mesopotamischer Metropolen zu entwickeln. Den Teilnehmenden stehen dafür die physische und digitalisierte Dokumentation des Münchner Archivs sowie die Vorergebnisse der Kampagnen 2023-2026 zur Verfügung.
Bemerkung
Hinweis für Studierende des Bachelorstudiengangs Archäologie: Dieses Hauptseminar ist nur für fortgeschrittene Studierende ab dem 4. FS und nach Rücksprache mit dem Dozenten belegbar!
Proseminar
Die Archäologie der Ubaid-Kultur
Moritz Kellerer
Montag, 10–12 Uhr
Schellingstraße 12, K427
Beginn: 13.04.2026
Ende: 13.07.2026
Als Ubaid-Kultur (ca. 6500–4000 v. Chr.) wird die früheste sesshafte Bevölkerung Südmesopotamiens bezeichnet. Obwohl die Neolithisierung in diesem Gebiet wesentlich später stattfand als in anderen Regionen Vorderasiens, wurde die Ubaid-Kultur zur Keimzelle einer urbanen, arbeitsteiligen Gesellschaft mit komplexer sozialer Hierarchisierung, aus der die späteren großen Kulturen Mesopotamiens hervorgehen sollten. Im Laufe des Seminars werden wichtige ubaidzeitliche Städte wie Eridu, Ur, Tell al-Uqair und Tell Abada behandelt. Anhand dieser archäologischen Befunde sollen kulturelle, soziale und wirtschaftliche Merkmale der Ubaid-Kultur erschlossen werden. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf Siedlungsmustern, Architektur und materieller Kultur.
Proseminar
Neolithikum des West-Iran
Georg Neumann
Dienstag, 10–12 Uhr
Schellingstraße 12, K427
Beginn: 14.04.2026
Ende: 14.07.2026
Das Proseminar bietet eine Einführung in das Neolithikum des West-Iran vom Urmia-See im Norden, über die Regionen des Zentralen Zagros bis in die Susiana und Fars im Süden. Im Mittelpunkt stehen die regional unterschiedlichen Entwicklungen von Sesshaftigkeit, Subsistenzstrategien (Ackerbau und Viehhaltung) sowie Architektur und materieller Kultur. Anhand ausgewählter Fundplätze werden grundlegende Chronologien und Interpretationsmodelle sowie aktuelle Forschungsansätze und -projekte (z. B. das „Central Zagros Archaeological Project”) vorgestellt und diskutiert.
Proseminar
Urukzeit
Adelheid Otto/Jacob Jawdat
Mittwoch, 10–12 Uhr
Schellingstraße 12, K427
Beginn: 15.04.2026
Ende: 15.07.2026
Die Urukzeit (ca. 4000-3000 v. Chr.) ist in vieler Hinsicht wegweisend für die Entstehung komplexer Gesellschaften in Vorderasien. Die ersten Städte mit arbeitsteiliger Gesellschaft, Schrift und geplant angelegten Wohnvierteln entstehen. Die gute archäologische Quellenlage auf vielen Gebieten (Architektur, Keramik, Kunst, Notationen) erlaubt das sogenannte "Uruk World System" und seine Mechanismen zu studieren und theoretische Modelle zu hinterfragen. Altbekannte Quellen ebenso wie ganz frische Ergebnisse aus dem Survey der LMU München im Südirak werden in diesem Seminar einander gegenübergestellt.
Übungen
Die Archäologie Jordaniens. Mit Exkursion nach Jordanien
Adelheid Otto / Kai Kaniuth
Dienstag, 14–16 Uhr
Schellingstraße 12, K427
Beginn: 14.04.2026
Ende: 14.07.2026
Jordanien ist eines der Länder Westasiens, das wichtige Fundplätze und Monumente vom Neolithikum bis in die islamische Periode enthält, dessen Archäologie aber besonders der Bronzezeit weit weniger präsent im Studium ist als das der Nachbarregionen. Durch seine Lage zwischen Ägypten, Mesopotamien und der Levante war es ein Schmelztiegel verschiedenster Einflüsse mit lokalen Antworten aufgrund seiner einzigartigen Geomorphologie, die vom tiefsten Punkt der Erde über Wüsten und tropische Täler bis zu zerklüfteten Gebirgsregionen reicht.
Zur Vorbereitung der Exkursion werden die zu besuchenden Fundorte von den Studierenden erarbeitet. Die Teilnahme an der Exkursion, die im September stattfinden wird, ist auf 12 Hauptfachstudierende beschränkt.
Materielle Kultur
Adelheid Otto
Mittwoch 14-16 Uhr
Schellingstraße 12, Raum K427
Beginn: 15.04.2026
Ende: 15.07.2026
Die Vergangenheit Vorderasien wird zum Großteil anhand der materiellen Kultur, insbesondere den unspektakulären Artefakten, die auf Ausgrabungen zutage kommen, rekonstruiert. Stein- und Metallgeräte, Keramikgefäße, hand- oder modelgeformte Figurinen aus Ton, gesiegelte Verschlüsse von Gefäßen und Türen gewinnen enormen Stellenwert, wenn sie in ihrem Kontext betrachtet werden.
In dieser Übung, die die Grundkenntnisse archäologischer Feldarbeit vermittelt, sollen die Studierenden an einzelnen Stücken aus unserer Institutssammlung das Beschreiben, Zeichnen, Vermessen, Analysieren und Interpretieren von Artefakten einüben. Darüberhinaus besteht die Gelegenheit, frische Funde aus unseren Ausgrabungen und Surveys im Irak erstmals wissenschaftlich zu bearbeiten und einzuordnen.
Die ersten Monumente der Menschheit – Soziale Strukturen und materielle Kultur im Neolithikum. Mit Exkursion nach Berlin
Georg Neumann
Donnerstag 14-16 Uhr
Schellingstraße 12, Raum K427
Beginn: 16.04.2026
Ende: 16.07.2026
In der Übung „Die ersten Monumente der Menschheit“ setzen wir uns mit den Objekten der Ausstellung „Gebaute Gemeinschaft: Göbeklitepe, Tas Tepeler und das Leben vor 12.000 Jahren“ auseinander und gehen gemeinsam der Frage nach, welche sozialen, religiösen und kulturellen Faktoren zur Entstehung der frühen monumentalen T-Pfeiler-Architektur beigetragen haben könnten. Darüber hinaus widmen wir uns der neolithischen Architektur sowie dem frühen Kunsthandwerk Anatoliens.
Die Ausstellung ist eine Kooperation des Vorderasiatischen Museums Berlin, der Universität Istanbul und des Archäologischen Museums Sanliurfa. Sie präsentiert zahlreiche Objekte, die größtenteils erstmals außerhalb der Türkei zu sehen sind. Die Übung dient zugleich der inhaltlichen Vorbereitung einer Exkursion zur Ausstellung nach Berlin.
Kolloquium
Kolloquium zum Alten Orient
Adelheid Otto / Jared Miller / Walther Sallaberger
Di 18-20 Uhr c.t.
Hauptgebäude der Universität, Geschwister Scholl-Platz 1, Raum A119, Hgb
Beginn: 29.04.2025
Ende: 22.07.2025
Hier können Sie das Programm für das Sommersemester 2025 einsehen.
Die Teilnahme an Vorlesungen, Übungen und Kolloquien steht grundsätzlich allen Studierenden des Instituts offen. Zur Anerkennung der Studienleistungen konsultieren Sie bitte Ihre jeweilige Prüfungsordnung.